Obligo ist ein Begriff aus dem Bankwesen und bezeichnet die Gesamtsumme aller Verbindlichkeiten oder Haftungsverpflichtungen, die eine Person oder ein Unternehmen gegenüber einem Kreditinstitut eingegangen ist. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet sinngemäß „Verpflichtung“ oder „Haftung“.
Was bedeutet Obligo?
Im Bankkontext steht Obligo für die Summe aller bestehenden Kreditverpflichtungen eines Kunden bei einem bestimmten Institut – also die Gesamtheit aus laufenden Darlehen, genutzten Kreditlinien, Bürgschaften und sonstigen Haftungsübernahmen. Banken erfassen das Obligo ihrer Kunden, um das Gesamtrisiko zu beurteilen, das aus der Geschäftsbeziehung entsteht.
Arten des Obligos
Es wird zwischen direktem und indirektem Obligo unterschieden. Das direkte Obligo umfasst alle Verbindlichkeiten, die der Kreditnehmer selbst eingegangen ist, etwa durch aufgenommene Kredite. Das indirekte Obligo entsteht durch Bürgschaften oder Garantien, die der Kreditnehmer für Dritte übernommen hat. In der Bankpraxis werden beide Formen zusammengefasst, um das Gesamtobligo eines Kunden zu ermitteln.
Bedeutung des Obligos für Kreditentscheidungen
Vor der Vergabe eines neuen Kredits prüft die Bank das bestehende Obligo des Antragstellers. Ein bereits hohes Obligo kann dazu führen, dass ein weiterer Kredit abgelehnt wird oder nur zu schlechteren Konditionen gewährt wird, weil das Kreditrisiko insgesamt als zu hoch eingestuft wird. Auch bei der Berechnung von Kreditlinien spielt das Obligo eine entscheidende Rolle.
Obligo im unternehmerischen Umfeld
Besonders im Firmenkundengeschäft ist der Begriff Obligo weit verbreitet. Unternehmen haben häufig mehrere Kreditformen gleichzeitig in Anspruch genommen – etwa einen Betriebsmittelkredit, einen Investitionskredit und einen Avalkredit. Die Summe dieser Verpflichtungen ergibt das Gesamtobligo des Unternehmens gegenüber der Bank. Kreditinstitute legen für jeden Firmenkunden ein sogenanntes Obligo-Konto an, das alle Verbindlichkeiten dokumentiert.
