Der Kontokorrentkredit ist eine revolvierende Kreditlinie, die einem Unternehmen auf seinem laufenden Konto eingeräumt wird. Er ermöglicht es, das Konto bis zu einem vereinbarten Limit zu überziehen und so kurzfristige Liquiditätsengpässe flexibel zu überbrücken – ähnlich wie der Dispositionskredit bei Privatkunden.
Wie funktioniert der Kontokorrentkredit?
Die Bank räumt dem Unternehmen einen Kreditrahmen auf dem Girokonto ein. Innerhalb dieses Rahmens kann das Konto jederzeit überzogen werden – ohne gesonderten Antrag oder Auszahlungsprozess. Zinsen fallen nur auf den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag an, und zwar für den genauen Zeitraum der Inanspruchnahme.
Kosten und Konditionen
Die Zinssätze für Kontokorrentkredite sind in der Regel höher als bei langfristigen Investitionskrediten, da die Flexibilität und Verfügbarkeit ihren Preis haben. Neben dem Sollzins können Bereitstellungsgebühren für den ungenutzten Kreditrahmen anfallen. Die genauen Konditionen werden individuell zwischen Bank und Unternehmen vereinbart.
Abgrenzung zu anderen Kreditformen
Im Gegensatz zum Betriebsmittelkredit, der als fester Kredit mit Tilgungsplan ausgezahlt wird, ist der Kontokorrentkredit eine dauerhafte Kreditlinie ohne feste Laufzeit. Er eignet sich für saisonale Schwankungen, Zahlungsziele gegenüber Lieferanten oder unvorhergesehene Ausgaben – nicht jedoch für langfristige Investitionen.
