Überschuldung liegt vor, wenn eine Person oder ein Unternehmen die bestehenden Schulden dauerhaft nicht mehr aus dem laufenden Einkommen oder Vermögen bedienen kann. Sie ist ein ernstes finanzielles Problem, das ohne Gegensteuern in die Zahlungsunfähigkeit und im schlimmsten Fall in die Insolvenz führen kann.
Warnsignale der Überschuldung
Typische Warnsignale sind: Kreditraten werden nur noch mit Mühe bedient, der Dispokredit ist dauerhaft ausgeschöpft, neue Schulden werden aufgenommen, um alte zu bezahlen, Mahnungen häufen sich und Rechnungen werden aufgeschoben. Wer mehrere dieser Signale bei sich erkennt, sollte frühzeitig handeln – je früher, desto mehr Handlungsspielraum bleibt.
Ursachen der Überschuldung
Überschuldung entsteht häufig durch eine Kombination aus mehreren Faktoren: Einkommensverlust durch Jobverlust oder Kurzarbeit, Trennung oder Scheidung, unerwartete Ausgaben wie Krankheitskosten, unkontrollierter Konsumkreditaufbau oder eine gescheiterte Selbstständigkeit. Selten ist eine einzelne Ursache verantwortlich.
Wege aus der Überschuldung
Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme aller Schulden, Gläubiger und monatlichen Belastungen. Kostenlose Schuldnerberatungsstellen helfen dabei, einen Schuldenbereinigungsplan zu erarbeiten und Verhandlungen mit Gläubigern zu führen. Als letzter Ausweg ermöglicht die Privatinsolvenz nach einer Wohlverhaltensperiode die Restschuldbefreiung und einen wirtschaftlichen Neustart.
