Ein Negativzins – auch Minuszins oder Strafzins genannt – liegt vor, wenn der Zinssatz unter null fällt. Das bedeutet: Statt Zinsen für ein Guthaben zu erhalten, zahlen Sparer oder Banken für die Verwahrung ihres Geldes. Negativzinsen können von Zentralbanken auf Einlagen der Geschäftsbanken erhoben werden oder von Geschäftsbanken an ihre Kunden weitergegeben werden.
Wie entstehen Negativzinsen?
Negativzinsen entstehen durch die Geldpolitik der Zentralbanken. Wenn eine Zentralbank – wie die Europäische Zentralbank (EZB) – einen negativen Einlagenzins festsetzt, müssen Geschäftsbanken für überschüssiges Kapital, das sie bei der Zentralbank parken, Gebühren zahlen. Dies soll Banken dazu bewegen, mehr Kredite zu vergeben und die Konjunktur anzukurbeln.
Auswirkungen auf Sparer und Kreditnehmer
Für Sparer bedeuten Negativzinsen eine reale Verringerung ihres Guthabens, da Banken die Kosten teilweise in Form von Verwahrentgelten weitergeben. Für Kreditnehmer hingegen können Negativzinsen vorteilhaft sein: In seltenen Fällen sinken auch Kreditzinsen in den negativen Bereich, sodass die Bank dem Kreditnehmer effektiv Geld zuzahlt.
Negativzinsen und variable Darlehen
Bei variabel verzinsten Darlehen, deren Zinssatz an den Euribor oder einen anderen Referenzzinssatz gekoppelt ist, kann ein negativer Referenzzins dazu führen, dass der Darlehenszins deutlich sinkt. Viele Kreditverträge enthalten jedoch eine Zinsuntergrenze (Floor) von 0 %, die verhindert, dass der Zins tatsächlich negativ wird.
