Ein Forward-Darlehen ist ein Darlehensvertrag, der heute abgeschlossen wird, dessen Auszahlung jedoch erst zu einem zukünftigen Zeitpunkt erfolgt – typischerweise, wenn die laufende Zinsbindung eines Immobilienkredits ausläuft. Es ermöglicht Kreditnehmern, sich frühzeitig einen günstigen Zinssatz für die Anschlussfinanzierung zu sichern.
Wie funktioniert ein Forward-Darlehen?
Der Kreditnehmer schließt bis zu fünf Jahre vor Ablauf seiner aktuellen Zinsbindung einen neuen Darlehensvertrag ab. Der vereinbarte Zinssatz gilt dann ab dem Zeitpunkt der Auszahlung für die gesamte neue Zinsbindungsfrist. Für die Vorlaufzeit – also die Zeit zwischen Vertragsabschluss und Auszahlung – wird ein Zinsaufschlag erhoben, der in der Regel zwischen 0,01 und 0,03 Prozentpunkten pro Monat liegt.
Wann lohnt sich ein Forward-Darlehen?
Ein Forward-Darlehen lohnt sich, wenn steigende Zinsen erwartet werden und die Restschuld zum Ablaufzeitpunkt noch erheblich ist. Es bietet Planungssicherheit und schützt vor Zinserhöhungen. Sinken die Zinsen hingegen, hat man sich zu früh festgelegt – ein Ausstieg ist in der Regel nicht ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich.
Forward-Darlehen vs. Prolongation
Während die Prolongation die direkte Verlängerung des bestehenden Kredits bei der Hausbank ist, ermöglicht das Forward-Darlehen auch den Wechsel zu einem anderen Kreditgeber. Ein Vergleich lohnt sich in jedem Fall: Selbst kleine Zinsunterschiede können bei hohen Restschulden über viele Jahre erhebliche Mehrkosten bedeuten.
