Das Tilgungsdarlehen – auch Abzahlungsdarlehen oder Ratendarlehen genannt – ist eine Darlehensform, bei der der Kreditnehmer in gleichbleibenden Tilgungsraten zurückzahlt. Da die Zinsen auf die sinkende Restschuld berechnet werden, nimmt die Gesamtbelastung (Tilgung plus Zinsen) von Periode zu Periode ab.
Wie funktioniert das Tilgungsdarlehen?
Zu Beginn der Laufzeit ist die Gesamtrate am höchsten, weil die Zinsen auf den vollen Darlehensbetrag anfallen. Mit jeder Tilgungsrate sinkt die Restschuld – und damit auch der Zinsanteil der folgenden Rate. Die Tilgungsrate bleibt hingegen konstant. Das Ergebnis: Die monatliche Belastung nimmt über die Laufzeit kontinuierlich ab.
Tilgungsdarlehen vs. Annuitätendarlehen
Beim Annuitätendarlehen bleibt die Gesamtrate konstant – der sinkende Zinsanteil wird durch einen steigenden Tilgungsanteil ausgeglichen. Beim Tilgungsdarlehen ist es umgekehrt: Die Tilgung bleibt gleich, die Gesamtrate sinkt. Das Tilgungsdarlehen ist in der Anfangsphase teurer, führt aber bei gleicher Laufzeit zu einer schnelleren Entschuldung und geringeren Gesamtzinskosten.
Einsatzbereiche
Tilgungsdarlehen werden vor allem im gewerblichen Bereich und bei der Finanzierung von Investitionsgütern eingesetzt. Im privaten Bereich ist das Annuitätendarlehen verbreiteter, da die gleichbleibende Rate die Haushaltsplanung erleichtert. In der Immobilienfinanzierung kommt das Tilgungsdarlehen gelegentlich bei institutionellen Investoren zum Einsatz.
