Der Nettodarlehensbetrag ist der Betrag, den ein Kreditnehmer tatsächlich ausgezahlt bekommt – also der reine Kreditbetrag ohne Zinsen, Gebühren oder sonstige Kosten. Er ist gesetzlich vorgeschriebene Pflichtangabe in jedem Kreditvertrag und bildet die Basis für die Berechnung aller Kreditkosten.
Nettodarlehensbetrag vs. Gesamtbetrag
Der Nettodarlehensbetrag und der Gesamtbetrag unterscheiden sich deutlich: Der Nettodarlehensbetrag ist das, was ausgezahlt wird. Der Gesamtbetrag hingegen umfasst zusätzlich alle Zinsen und Kosten über die gesamte Laufzeit und zeigt, wie viel der Kreditnehmer insgesamt zurückzahlt. Die Differenz zwischen beiden Beträgen entspricht den Gesamtkosten des Kredits.
Bedeutung beim Kreditvergleich
Wer Kredite vergleicht, sollte stets denselben Nettodarlehensbetrag und dieselbe Laufzeit zugrunde legen. Nur dann ist ein fairer Vergleich des effektiven Jahreszinses möglich. Angebote mit unterschiedlichen Nettodarlehensbeträgen lassen sich nicht direkt miteinander vergleichen.
Nettodarlehensbetrag und Disagio
In manchen Kreditverträgen wird ein Disagio vereinbart – ein Abschlag vom Nettodarlehensbetrag, der bei der Auszahlung einbehalten wird. In diesem Fall erhält der Kreditnehmer weniger als den nominalen Kreditbetrag, muss aber den vollen Betrag zurückzahlen. Das Disagio ist im effektiven Jahreszins enthalten und erhöht die tatsächlichen Kreditkosten.
