Das Delkredererisiko bezeichnet das Risiko, dass ein Schuldner eine fällige Forderung nicht oder nicht vollständig begleicht. Es ist ein zentraler Begriff im Kreditwesen und im Forderungsmanagement und beschreibt die Gefahr des vollständigen oder teilweisen Forderungsausfalls.
Delkredererisiko beim Factoring
Im Rahmen des Factorings ist das Delkredererisiko besonders relevant: Beim echten Factoring übernimmt das Factoringunternehmen das vollständige Delkredererisiko – das heißt, es haftet für den Forderungsausfall, falls der Schuldner nicht zahlt. Beim unechten Factoring verbleibt dieses Risiko beim Forderungsverkäufer. Die Übernahme des Delkredererisikos ist daher ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal der Factoringarten.
Delkredere als Sicherungsinstrument
Neben dem Factoring tritt das Delkredere auch als eigenständiges Sicherungsinstrument auf: Ein Delkredere-Geber verpflichtet sich, für den Ausfall einer bestimmten Forderung einzustehen – ähnlich einer Bürgschaft, jedoch ohne dass ein Hauptschuldner vorhanden sein muss. Handelsvertreter übernehmen mitunter ein Delkredere gegenüber ihrem Auftraggeber.
Bedeutung für Kreditgeber und Investoren
Für Banken, Kreditversicherer und Investoren ist das Delkredererisiko ein zentraler Faktor bei der Kreditvergabe und Portfoliobewertung. Es fließt in die Berechnung von Risikoaufschlägen, Kreditkonditionen und Wertberichtigungen ein. Je höher das Delkredererisiko eines Schuldners eingeschätzt wird, desto höher fallen in der Regel die geforderten Zinsen oder Sicherheiten aus.
