Wie stark steigen Kreditzinsen nach der EZB-Erhöhung?
Steigende Refinanzierungskosten geben Banken erfahrungsgemäß zeitnah an Kreditkunden weiter. Laut smava-Prognose könnten die durchschnittlichen Kreditzinsen in Deutschland bis Ende Juni auf 8,6 bis 9,0 Prozent steigen. Wer heute noch bei einem guten Anbieter 5 bis 6 Prozent effektiv zahlt, könnte in wenigen Wochen deutlich mehr zahlen. Der Unterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot am Markt beträgt weiterhin rund 3 Prozentpunkte – bei einem Kredit über 20.000 Euro und 60 Monaten Laufzeit macht das über 3.000 Euro aus.
Worauf sollte ich beim Vergleich achten?
Entscheidend ist immer der effektive Jahreszins – nicht der Sollzins oder die beworbene Monatsrate. Nur der effektive Jahreszins enthält alle Kosten und erlaubt einen echten Vergleich. Wichtig: Vergleichsanfragen über seriöse Portale und Vermittler sind SCHUFA-neutral. Wer direkt bei mehreren Banken anfragt, riskiert Score-Einbußen durch mehrere Kreditanfragen innerhalb kurzer Zeit.
Wann sollte ich jetzt einen Kredit aufnehmen?
Wer in den nächsten 3 bis 6 Monaten einen größeren Kauf oder eine Investition plant – Fahrzeug, Renovierung, Umschuldung – sollte jetzt handeln, bevor die Zinsen weiter steigen. Eine weitere EZB-Erhöhung am 23. Juli gilt als möglich. Wer bereits einen laufenden Hochzinskredit hat, sollte prüfen, ob eine Umschuldung auf einen günstigeren Festzinskredit jetzt noch möglich und sinnvoll ist.
Was ist mit variablen Krediten?
Wer einen variablen Kredit hat – etwa einen Dispositionskredit oder einen variabel verzinsten Ratenkredit – sollte diesen möglichst rasch in einen Festzinskredit umschulden. Weitere Leitzinserhöhungen würden variable Zinsen unmittelbar nach oben treiben. Ein Festzinskredit schützt vor weiteren Erhöhungen und schafft Planbarkeit.
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