Bei Staatsanleihen handelt es sich um von der öffentlichen Hand und anderen staatlichen Körperschaften kurz-, mittel- oder langfristige ausgegebenen Anleihen (Schuldverschreibungen). Die bekanntesten Staatsanleihen der Bundesrepublik sind die Bundesanleihen, die Bundesobligationen, die Bundesschatzbriefe und die Finanzierungsschätze. Pfandbriefe sind festverzinsliche Staatsanleihen die durch Realkreditinstitute ausgegeben werden. Bei Realkreditinstituten handelt es sich um Landesbanken, Hypothekenbanken und Pfandbriefbanken. Euro-Staatsanleihen, auch als Euro-Bonds bezeichnet, werden von Ländern innerhalb der Euro-Zone ausgegeben. Seit dem 1. Januar 1999 werden diese Papiere an der Börse Stuttgart ausschließlich in Euro gehandelt. Amerikanische Staatsanleihen mit einer Laufzeit zwischen 10 und 30 Jahren werden als „T-Bond“ bezeichnet.
Das Ausfallrisiko (das Risiko, dass Zinsen oder Kapital nicht oder nicht fristgerecht zurück gezahlt werden können) besteht bei Staatsanleihen genauso wie bei jeder anderen Anleihe. Ermittelt wird das Ausfallrisiko durch Ratingagenturen (z. B. Moody´s).
Nach Stand Dezember 2005 bekamen folgende Staatsanleihen die höchstmögliche Bonität (nach Moody´s Aaa) zugesprochen: Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Niederlande, Österreich und Spanien. Etwas schlechter eingestuft sind Belgien mit Aa1 sowie Italien und Portugal mit Aa2. Mit Baa3 liegt Griechenland nach Stand 2010 unter der Ratingstufe, bis zu der hinunter die Europäische Zentralbank Staatsanleihen für Rückkaufvereinbarungen hinzunehmen bereit ist. Wenn es zum Staatsbankrott kommt entfallen die Zinszahlungen oder Kapitalrückzahlungen der Staatsanleihen.
Ein Staat muss für seine Staatsanleihen einen Risikoaufschlag bezahlen, der von der Bonität und dem Rating dieses Staates abhängt.
Die Ausgabe der Staatsanleihen erfolgt in der jeweiligen Währung des betreffenden Staates oder in sogenannter „harter Währung“, wie dem US-Dollar. Bei dem Erwerb von einer Fremdwährung müssen neben der Rendite und dem Ausfallrisiko auch noch die Währungsrisiken und Währungschancen berücksichtigt werden. Als Zwangsanleihen bezeichnet man die verpflichtende Zeichnung von Staatsanleihen. Die Zentralbanken können durch den Aufkauf von Staatsanleihen (oder anderen Schuldverschreibungen) das Zinsniveau beeinflussen.
Es gibt die Staatsanleihen (Anleihen aus öffentlicher Hand), Industrieanleihen (werden von Unternehmen emittiert), Schuldverschreibungen (stammen meistens von Kreditinstituten mit Sonderaufgaben), Auslandsanleihen (stammen von ausländischen Emittenten) und Kommunalobligationen bzw. Pfandbriefe (z. B. Landesbanken).