Als Spekulation wird in der Wirtschaft eine auf Gewinnerzielung aus Preisveränderungen gerichtete Geschäftstätigkeit definiert. Jede wirtschaftliche Spekulation wird von dem Ziel geleitet, durch künftige Realisierung einer erwarteten Markteinschätzung einen finanziellen Vorteil zu erzielen. Die Differenz zwischen Kaufpreis und Verkaufspreis eines Marktgegenstandes ergibt das finanzielle Resultat einer jeden Spekulation unter Abzug der Transaktionskosten (Kosten des Handels). Frühzeitiges erkennen und ausnutzen von vermuteten Fehleinschätzungen des Marktes durch Marktbeteiligte über künftige Kursentwicklungen verursacht durch ungleich verteiltes Wissen und Können zwischen Käufern und Verkäufern führt zu erfolgreichen Spekulationen. Aus anschließend vom Markt korrigierten Fehleinschätzungen resultieren Spekulationsgewinne. Tritt das Gegenteil ein, führt dies zu Spekulationsverlusten.
Die Spekulation erfüllt eine wichtige wirtschaftliche Funktion. Über den Kapitalmarkt gegebene unternehmerische Risiken lassen sich gegen eine angemessene Renditeerwartung an die Gruppe der Spekulanten übertragen (auch Hedging).
Beispielsweise wird aufgrund schlechter makroökonomischer Fundamentaldaten die Abwertung einer Währung erwartet, ergo ändert sich der Wechselkurs gegenüber einer anderen stabilen Währung. Die seiner Meinung nach stabilere Währung kauft nun der Spekulant und tauscht sie nach erfolgter Abwertung der anderen Währung. Durch diese Transaktion wird die Abwertung eingeleitet. Folglich kann gesagt werden, dass eine neue Bewertung der Währungen durch den Kapital- und Devisenmarkt angesichts der makroökonomischen Daten durchgeführt wurde. Spekulation verbessert die Ressourcenallokation indem sie ein Mechanismus zur Anpassung des Preissystems an neue Informationen ist.
Kritiker meinen, Spekulationen tragen dazu bei, dass Markttrends verstärkt werden und Spekulationsblasen entstehen. So werden Spekulanten für Währungs- und Wirtschaftskrisen verantwortlich gemacht, wie z. B. die Asienkrise oder die Argentinien-Krise. Laut Meinung einiger weniger aus den Wirtschaftswissenschaften (z. B. Globalisierungskritiker, Freiwirtschaft) sollte Spekulation erschwert oder verboten werden. Zur Eindämmung der Spekulation wird die Einführung einer Tobin-Steuer gefordert. Durch Forschungsergebnisse wird gezeigt, dass ein eindeutig positiver Zusammenhang zwischen Transaktionskosten und Instabilität (Volatilität) des Marktpreises.
Die Hypothese von Tobin wonach höhere Transaktionskosten eine stabilisierende Wirkung haben wird als erfahungsgemäß widerlegt betrachtet.