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Finanznews

» 28.09.2009: Neuer Millionenkredit für Sal. Oppenheim

Die Deutsche Bank nähert sich in großen Schritten der geplanten Übernahme der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim. Durch die Deutsche Bank wurde bereits deutlich mehr als die bisher bekannte Kreditsumme an die Eigentümer der Sal. Oppenheim vergeben, so dass sich die Deutsche Bank nun in einer günstigen Verhandlungsposition befindet.

Am Wochenende hieß es aus Finanzkreisen, wird die Deutsche Bank für die Übernahme der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim wahrscheinlich weniger bezahlen müssen als bisher angenommen. Die Gewährung eines erneuten Kredites über 350 Millionen Euro an die Eigentümer der Privatbank nach den bereits geflossenen 300 Millionen Euro im August bringt die Deutsche Bank in eine günstige Verhandlungsposition, da sich dies auch in einem insgesamt niedrigeren Preis für Sal. Oppenheim niederschlagen könne.

Die Eigenkapitalausstattung von 2,1 Milliarden Euro galt zuletzt als Basis für die Bewertung der Kölner Traditionsbank. Hiervon müsste man nun allerdings die bisher überwiesenen Kreditsummen abziehen, welche das größte deutsche Geldhaus schon gewährt hat und die mit Anteilen an der Privatbank besichert sein sollen, so hieß es in den Finanzkreisen. Weiterhin sei ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag für das zum Verkauf stehender Investment-Banking inklusive des Zertifikategeschäfts abzuziehen.

„Die Frankfurter werden vor allem wegen der Risiken bei Immobiliengeschäften auf Abschläge pochen“, so hieß es am Wochenende in Verhandlungskreisen mit Blick auf die abgeschlossene Buchprüfung. Das Geschäft würde sich unter dem Strich für die Deutsche Bank auch deshalb rechnen, weil sie die Tochter BHF Bank von Sal. Oppenheim im kommenden Jahr verkaufen könnte, so ein Unternehmensberater.

Vor allem an der starken Marke Sal. Oppenheims in der Vermögensverwaltung reicher Kunden ist die Deutsche Bank interessiert. Beobachter erwarten deshalb bei den Verhandlungen einen Balanceakt. Auf der einen Seite muss die Deutsche Bank die Risiken analysieren und offenlegen, andererseits darf die Marke des Traditionshauses aus Köln nicht zu stark beschädigt werden. Aufgrund der bereits gewährten Kredite an Sal. Oppenheim sehen sich die Bankmanager der Deutschen Bank nicht unter Zeitdruck und haben bereits einen Fuß in der Tür.

Als größte europäische Privatbank war Sal. Oppenheim durch ihre Investment-Banking-Sparte sowie durch riskante Unternehmensbeteiligungen, wie zum Beispiel am Handelskonzern Arcandor, in die Krise geraten. Binnen von neun Monaten mussten die rund vierzig Aktionäre dem Institut zweimal mit Kapitalerhöhungen zur Seite springen und griffen dem Institut darüber hinaus mit dem Abkauf von Beteiligungen unter die Arme. Durch die Deutsche Bank wird eine mehrstufige Übernahme beabsichtigt, in einem ersten Schritt sollen rund fünfundvierzig Prozent erworben werden.

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