Die Kommission zur Rettung Griechenlands konnte sich am Wochenende auf die Zusage von bis zu 30 Milliarden Euro Unterstützung einigen. Deutschlands Beitrag könnte so bis zu 8,1 Milliarden betragen. Auf bessere Zinskonditionen könnte Griechenland jedoch nicht hoffen. Sollte die Finanzspritze nicht reichen, könnten auch Kredite über den Internationalen Währungsfonds bezogen werden.
Die Europäische Kommission hat sich im Krisengipfel um die Staatsverschuldung Griechenlands auf ein Rettungspaket von 30 Milliarden Euro geeinigt. Laut Angaben des zyprischen Finanzministers sei die Entscheidung einstimmig getroffen worden.
Jean-Claude Juncker, Regierungschef Luxemburgs, erklärte somit die Bereitschaft der Länder der Euro-Zone, Griechenland tatkräftig zu unterstützen. Juncker, welcher die Kommission zur Rettung der griechischen Finanzlage leitet, sprach allerdings keine verbesserten Zinskonditionen zu. Griechenland müsse für Kredite bis 3 Jahre Laufzeit 5 Prozent Zins zahlen. Die Hilfen der EU-Staaten müssten allerdings noch vom Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgestockt werden.
Somit verfügt Griechenland über ein ausreichendes Darlehenspolster, falls keine Finanzierung am Kapitalmarkt mehr möglich sei. Die dramatisch gestiegenen Zinsen auf Staatsanleihen resultieren aus dem Misstrauen der Anleger gegenüber dem Balkanstaat weiterhin Zahlungsfähig zu bleiben.
Entscheidend für die Höhe der Zahlungen an Griechenland für die einzelnen Euro-Länder ist die Beteiligungsquote am Kapital der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Anteil Deutschlands am Gesamtvolumen der Europäischen Gemeinschaftswährung der 16 Euro-Länder liegt bei circa 27 Prozent. Das bedeutet im Fall einer kompletten Inanspruchnahme der Kredite durch Griechenland eine Belastung von 8,1 Milliarden Euro und mögliche Zinserträge von ungefähr 400 Millionen Euro. Griechenland müsste dann insgesamt 1,5 Milliarden Euro Zinsen an die einzelnen Länder zahlen.