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» 11.03.2010: EU plant Fußfesseln für Spekulanten

Sie ist wieder mal da, die Zeit der Spekulanten – sie machen Hammergeschäfte. Sie wetten auf  den Untergang der Antike, auf die Zahlungsunfähigkeit der alten Griechen und wackeln damit bedrohlich am ohnehin schon stark restaurierungsbedürftigen Fundament der Akropolis. Die Götter (in dem Fall Deutschland und Frankreich) wollen Hellas mit dem Verbot einiger Finanzdeals retten, fast ohne Aussichten auf Erfolg.

Was dazu das „Wall Street Journal“ berichtet ist fast apokalyptisch zu nennen. US Finanz-Tycoon Soros soll sich mit anderen Schwergewichten der Branche zusammen getan haben und setzt Unsummen auf die Pleite Griechenlands und damit gegen den Euro. Dem Bericht zu folge, hat das US-Justizministerium, wie üblich bei dem Verdacht auf verbrecherisches Bandentum, bereits Ermittlungen aufgenommen. Die Auswirkungen solcher Spekulationen sind aus den neunziger Jahren hinlänglich bekannt. Damals nämlich kickte Soros mit seinen Wetten gegen das britische Pfund die Währung aus dem EWS, nachdem das Pfund dramatisch an Wert verloren hatte.

Mittlerweile verweist auch das BaFin auf den sich stak ausweitenden Handel mit Kreditausfallversicherungen für Hellas hin. Die Spekulanten sind auf Entdeckungsreise gen Griechenland und checken schon mal die Preise für die Risikovorsorge bei den Kreditausfallversicherern ab.

Inzwischen sucht das Euro-Land nach einer Abwehrstrategie gegen die „Angreifer der dritten Art“ und Brüssel soll den Dompteur geben. Barroso soll den Spekulanten endlich Fußfesseln anlegen und den Handel mit ausgesuchten Wertpapieren verbieten oder zumindest einschränken. Wen wundert es, dass neben Merkel und Sakorzy vor allem Griechenlands Papandreou zur Eile mahnt. Besonders im Focus stehen sogenannte „ ungedeckte Leerverkäufe“ und „ Credit Default Swaps“, die verboten bzw. reguliert werden sollen.

Ungedeckte Leerverkäufe bedeutet nichts anderes, als Wertpapiere zu Schein zu verkaufen, die man gar nicht besitzt mit dem Ziel, die Preise am Markt so weit zu drücken, dass danach das Papier zu einem geringeren Preis tatsächlich erworben wird.

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