Vor allem Portugal, Frankreich und Spanien brauchen Milliarden von Euro. Die damit einhergehenden fallenden Kurse verärgern zunehmend die Investoren. Während Paris einen XXL-Langläufer von 50 Jahren platzieren will, hat Madrid noch schwer mit seiner Emission zu kämpfen.
Der gesamte Bondsmarkt wurde von einem neuen, riesigem Angebot von Staatsanleihen überschwemmt und damit stark belastet. Allein in dieser Woche werden die Offerten bis zu 35 Milliarden Euro betragen und so den zweithöchsten Wert in diesem Jahr erreichen.
Diese milliardenschweren Emissionen belasten seit Dienstag der Markt schwer und ziehen die Kurse ins Minus. Überraschend kommt dies nicht, bescheinigen doch etliche Ratingagenturen gerade Ländern wie Spanien und Portugal erhebliche Finanzprobleme.
Davon können offensichtlich die Renditen auf zweijährige Bundesanleihen profitieren, sie bewegen sich leicht im Plus.
Die Gründe dafür liegen auf der Hand- wegen der steigenden Staatsverschuldung wächst die Zinslast ständig. Um Kredite und Darlehen noch bedienen zu können, müssen die Regierungen immer häufiger frisches Geld am Kapitalmarkt aufnehmen. Ein Modell stellt jetzt Frankreich mit seiner Super-Laufzeit von 50 Jahren vor. Wegen des aktuell niedrigen Zinsniveau sucht der Markt lange Laufzeiten mit hohen Renditeaufschlägen. Aber auch Portugal und Spanien sind aktiv, die Regierung in Lissabon benötigt Kredit in Höhe von 990 Mio. Euro. Dafür bietet sie eine Anleihe, die 2021 fällig wird und mit 4,71% verzinst ist.
Inwieweit die Angebote auf eine entsprechende Nachfrage treffen bleibt abzuwarten.
Die Ratingagenturen warnen trotzdem. Angesichts der Tatsache, dass die Volkswirtschaften einigermaßen gut durch die Krise gelangt sind die Defizite gemessen am BIP mit bis zu 12% eindeutig zu hoch. Es wird weitere große Anstrengungen kosten, die Brüsseler Kriterien von 3% zu erreichen. Paris hat dies für das Jahr 2013 angekündigt. Die Hoffnung stirbt zum Schluss!