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Finanznews

» 25.02.2010: Schlechte Stimmung zwischen Griechenland und Deutschland

Während sich die Finanzlage Griechenlands zuspitzt, schieben Politiker wie Medien den Schwarzen Peter für die Ursachen Quer durch Europa. Besonders das Verhältnis Griechenand – Deutschland hat darunter zu leiden. So ist von ausstehenden Reparaturzahlungen oder erschwindeltem Währungsbeitritt die Rede.

Der Streit um das finanzielle Defizit in Griechenland wird in dieser Woche nicht nur fortgeführt, sondern erreicht neue Höhepunkte. Das durch die Finanzkrise stark gebeutelte Land sucht händeringend neue Geldquellen und Schuldige. Anstatt sich auf konstruktive Debatten zu konzentrieren wettern Linke Parlamentarier gegen Deutschland und fordern Entschädigung für Kriegsopfer. Noch immer gebe es Griechen, die um verlorene Brüder weinten. Des Weiteren sehen Sie die Schuldigen für die finanzielle Misslage in Berlin und Frankfurt. Geschäfte würden auf Kosten der Griechen gemacht.

Aus Europäischer Sicht lauten die Vorwürfe auf Unfähigkeit und Gaunerei. So werfen Sie dem Balkanstaat vor, nicht ehrgeizig genug an Sparprogrammen zu arbeiten, oder diese im Land umzusetzen. Weiterhin steht die Frage aus, ob sich Griechenland die Einführung der Währungsunion durch gefälschte Statistiken ermöglicht hat.

Derweil greifen auch die deutschen Medien drastisch in den Staaten-Machtkampf ein. So titelte die Aktuelle Ausgabe des Magazin Focus mit „Betrüger in der Euro-Familie“, einer Aphroditestatue mit ausgestrecktem Mittelfinger und der Frage, ob Griechenland ‚uns um unser Geld’ bringe. Griechische Medien konterten sogleich mit einer Fotomontage der Berliner Siegessäule. Zu sehen ist die römische Göttin Viktoria, welche anstatt des Lorbeerkranzes ein Hakenkreuz in die Höhe streckt, betitelt mit nazistischem Text.

Doch wer schaut da noch objektiv auf Europa? Sollten wir nicht Abstand nehmen von diesem Prozedere der Beleidigung und dem Schüren von Argwohn, Neid und Hass? Sollten wir uns nicht darauf konzentrieren, einen gemeinsamen, europäischen Weg aus der Krise zu finden. Sollten wir nicht auch über andere Europäische Staaten und deren finanzielle Situation diskutieren. Auch Spanien, Irland, Portugal oder Deutschland selbst machen Rekordschulden und erfüllen die EU-Defizitgrenze nicht.

Unter dem Strich bleibt derzeit noch immer die Frage, wer für diese Defizitäre Gesamtlage aufkommen kann. Wer kann den durch die Finanzkrise gebeutelten Staaten Kredit gewähren. So bleibt vorerst abzuwarten, ob die Stimmung weiter nur aufgeheizt wird, oder ob konstruktive Vorschläge in die Tat umgesetzt werden können.

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