Ein Zuwachs der Industrieproduktion in Höhe von fünf Prozent wird erwartet, so geht aus einem Bericht des Deutsche Industrie- und Handelskammertags hervor.
Die Industrieproduktion wird mit einem Zuwachs von fünf Prozent im nächsten Jahr dreimal stärker wachsen, als es die Wirtschaftsexperten derzeit der gesamten Volkswirtschaft zutrauen. In einer Auswertung der jüngsten bundesweiten Industrieumfrage kommt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zu diesem Schluss. Jedoch sei die durch die Wirtschaftskrise entstandene Wachstumsdelle noch lange nicht wieder ausgeglichen. DIHK-Hauptgeschäftsführer, Martin Wansleben, sagte: „Im Jahr 2010 dürfte die Industrie ein gutes Drittel des Rückgangs wettmachen.“
Erstmals seit 2008 ist die Industrie wieder der zuversichtlichste Wirtschaftszweig. Im den Report wird jedoch davon ausgegangen, dass die Krise für die Produzenten damit jedoch bei weitem noch nicht ausgestanden ist. Im Jahr 2010 wird die Zahl der Industriebeschäftigten um ca. 300.000 abnehmen, was auch nicht so stark ist wie unlängst noch befürchtet wurde.
Die Geschäftslage der Branchen ist differenziert. Energieversorger, Pharmahersteller sowie die Ernährungswirtschaft sehen positive Ansatzpunkte, während bei den Metallverarbeitern, Maschinen- und Kraftfahrzeugherstellern besonders trübe Prognosen gemacht werden. Auch durch die Abwrackprämie habe sich die deutsche Kraftfahrzeugproduktion kaum erhöht. Im Vergleich der Erwartungen für die bevorstehenden Monate herrscht in der Chemie besondere Zuversicht, bei Maschinenbauern und auch im Druckgewerbe überwiegen dagegen negative Einschätzungen. Wansleben betonte, dass die Industrie wichtige Schritte aus dem Konjunkturtal gemacht hat und auch für die kommenden Monate die Unternehmen sich auf einem guten weg befinden. Der DIHK rechnet angesichts deutlich verbesserter Geschäftserwartungen mit einem Zuwachs der Industrieproduktion im kommenden Jahr in Höhe von fünf Prozent.
Zu der Verbesserung der Erwartungen trägt gerade das Ausland erheblich bei. Allgemein sind die Exporterwartungen aufwärts gerichtet. Jedoch halten sich Unternehmen angesichts unausgelasteter Kapazitäten mit Investitionen zurück. Nur 16 Prozent der Unternehmen haben angegeben, ihre Investitionen ausweiten zu wollen. Dagegen wollen 41 Prozent die Investitionen zurückfahren. Jedoch haben mehr Unternehmen als im Vorjahr berichtet, mehr in den Umweltschutz investieren zu wollen, um sich damit einen internationalen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten zu verschaffen.
Wichtigstes Thema für die Unternehmen bleibt der Zugang zu Krediten, insbesondere zur Vorfinanzierung von Aufträgen und somit des Aufschwungs. Wansleben mahnte die Anpassungen der Ratingverfahren für die Bonitätsbewertung an. So wie in Österreich sollte man auch bei uns statt der letzten drei Jahre die letzten fünf Jahre in die Bewertung einbezogen werden, ansonsten würden die Ratings von den Auftragseinbrüchen des Jahres 2009 dominiert. Auch sollten die Perspektiven der Betriebe stärker in der Ratingbewertung berücksichtigt werden.