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» 02.12.2009: Abgang beim Opel-Mutterkonzern

General Motors-Chef Henderson ist am Dienstag nach nur wenigen Monaten im Amt zurückgetreten. Damit machte der langjährige GM-Manager den Weg für einen Neubeginn frei, welcher insbesondere von Aufsichtsratschef Edward Whitacre vorangetrieben wird.

Fritz Hendersons Rücktritt ist konsequent und überfällig, da die Chemie zwischen dem Vorstandschef und dem Vorsitzenden des Verwaltungsrats nicht stimmte. Ed Whitacre hatte bereits in den vergangenen Wochen das Zepter übernommen und mit einigen wesentlichen Entscheidungen Vorstandschef Henderson öffentlich zurechtgewiesen und zurückgepfiffen und damit faktisch demontiert. So hatte der Verwaltungsrat entschieden, die deutsche Tochter Opel gegen den Willen von Henderson nicht zu verkaufen und stattdessen unter dem eigenen Konzerndach zu halten. Seine Ablösung war damit schon seit Wochen nur noch eine Frage der Zeit.

Am Dienstagabend sagte Verwaltungsratschef Whitacre in Detroit: „Es müssen Veränderungen her“. Eine konkrete Äußerung zu den Gründen des überraschenden Abgangs traf er nicht. Immer wieder hatte es im Vorfeld geheißen, dass es zwischen Henderson und dem Verwaltungsrat Meinungsverschiedenheiten gebe.

Im Sommer dieses Jahres hatte Henderson die Opel-Mutter aus einer staatlich kontrollierten Bilanz-Insolvenz geführt. Jedoch galt er von Beginn an nur als Übergangskandidat, weil er viele Jahre unter dem Ex-Vorstandschef Rick Wagoner diente und damit für den finanziellen Untergang der Firma „Old GM“ mitverantwortlich war.

Zudem beriet das Direktorium von General Motors am Dienstagabend über die Zukunft des schwedischen Autobauers Saab. Bis Ende des Monats sollen die Gebote für Saab geprüft sein. Zuvor hatte die schwedische Regierung angekündigt, über Maßnahmen zur Rettung der schwedischen Traditionsmarke nachzudenken.

Bevor Henderson auf den Chefposten berufen wurde war er als Chief Operating Officer im Vorstand von General Motors für das Tagesgeschäft verantwortlich. Bis zum Jahr 2005 war er Chef von GM Europe mit den Marken Opel, Vauxhall und Saab. In seine Zeit fällt der Umbau des Europageschäfts verbunden mit Kostensenkungen und dem Abbau von allein 9.500 Stellen bei Opel.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht in dieser Personalentwicklung ein schlechtes Zeichen für den Zustand von General Motors. Seiner Meinung nach hat Whitacre keinerlei Erfahrung im Automobil-Geschäft. Offenbar gelinge es dem Verwaltungsratschef nicht, geeignete Manager für die Sanierung des Konzerns zu finden. Dudenhöffer sagte: „Damit werden auch für Opel die Risiken eher größer als kleiner“.

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