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» 20.11.2009: Volkswagen steht vor Einstieg bei Karmann

Der größte Autobauer Volkswagen will die Übernahme des insolventen Autozulieferers Karmann heute in einer Aufsichtsratssitzung perfekt machen. Scheinbar sind sich die drei Eigentümerfamilien einig. Auch in Sachen Porsche gibt es Neuigkeiten.

Offenbar ist der Einstieg von VW beim insolventen Osnabrücker Autozulieferer Karmann beschlossene Sache. In der Nacht zu Freitag hieß es aus Arbeitnehmerkreisen, dass der Vorstand ein überzeugendes Konzept vorgelegt habe, über das heute beraten werde. Die Arbeitnehmer seien für einen VW-Standort in Osnabrück.

Grundsätzlich sind sich auch die Eigentümerfamilien Battenfeld, Boll und Karmann mit dem VW-Konzern einig. Ursprünglich drohte der Deal zu platzen, da die Familien, denen Anlagen und Geländes des Unternehmens gehören, rund 60 Millionen Euro erwarteten. VW wollte jedoch maximal rund 30 Millionen Euro zahlen. Inzwischen ist ein Kompromiss gefunden.

Für den insolventen Autozulieferer wäre der Einstieg von VW ein bedeutender Schritt nach vorn, denn Karmann war wegen der schweren Autokrise in Turbulenzen geraten und musste im April dieses Jahres Insolvenz anmelden.

Vor allem Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), dessen Wahlkreis Osnabrück ist, kämpft für eine Lösung mit Volkswagen.

Unterdessen hat Volkswagen auf dem Weg zur Übernahme von Porsche einen weiteren wichtigen Schritt gemacht. In der Nacht zum Freitag teilte Volkswagen mit, dass der VW-Aufsichtsrat den Durchführungsverträgen zu einer im August vereinbarten Grundlagenvereinbarung zustimmt. In Wolfsburg soll sich auch der Porsche-Augsichtsrat heute mit den Durchführungsverträgen befassen. Erwartet wird, dass auch das Kontrollgremium des Stuttgarter Sportwagenbauers zustimmt, so dass der Plan, Porsche bis 2011 in mehreren Schritten als zehnte Marke in den Volkswagen-Konzern eingegliedert werden soll, realisiert werden könnte.

Noch in diesem Jahr will VW mit rund vier Millionen Euro mit knapp 50 Prozent beim Sportwagengeschäft von Porsche einsteigen. Hierzu plan VW im ersten Halbjahr 2010 eine Kapitalerhöhung.  Am 3. Dezember sollen die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung dem zustimmen. VW und Porsche sollen im Laufe des Jahres 2011 miteinander verschmelzen.

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